Englische Literatur
Zur Englischen Literatur im engeren Sinn gehören jene literarischen Texte, die innerhalb Englands in englischer Sprache und ihren Vorläufern - Alt- und Mittelenglisch - verfasst wurden. Im weiteren Sinne gehört dazu auch die englischsprachige Literatur anderer Länder, wie z.B. die Anglo-Irische Literatur, Anglo-Waliser Literatur, amerikanische Literatur, schottische Literatur, kanadische Literatur, australische Literatur.
Pre-modern ( Mittelenglische Phase)
Die mittelalterliche Literatur ist ein breites Fach, das wesentlich alle in Europa zu dieser Zeit verfügbar geschriebene Werke umfaßt (ungefähr vom Niedergang des Weströmischen Reiches bis zum Anfang der florentinischen Renaissance). In dieser Phase gab es noch keine Dramen im späteren Shakespeareschen Sinne, sondern lediglich die einheimischen Formen des Mystery Play (Dramatisierung biblischer Episoden), des Morality Play (allegorische Darstellung des Kampfes von Tugenden und Sünden um die Seele des Menschen) und des Interlude (höfische Weiterentwicklung des Morality Play mit humanistischem und politischem Inhalt). Hinzu kamen folkloristische Festtraditionen (Maskenzüge, Karneval etc.).
Frühe Neuzeit (Renaissance)
Der Begriff "Englische Renaissance" wird oft gebraucht, um eine kulturelle und künstlerische Bewegung in England vom Anfang des 16. Jahrhundert bis zur Hälfte des 17. jahrhundert. Sie wird in Verbindung mit der pan-europäischen Renaissance, die für viele kulturelle Historiker ihren Ursprung in Norditalien im 14 jahrhundert fand, gesetzt. Diese Ära in der kulturellen Geschichte des Englischen wird manchmal "die Ära Shakespeares" oder "die elizabethanische Ära". Sie benutzen die Namen des berühmtesten Autor der englischen Renaissance und des einflußreichen Monarch jeweils. Dennoch muß man sich daran erinnern, daß diese Namen führen eher irre: Shakespeare war in seiner eigenen Zeit nicht so sehr bekannt, und die Englische Renaissance umfaßt einen Zeitraum, der vor und nach der Herschaft Elizabeths existierte.Elizabethanische Literatur
Während der Elizabethanischen Ära erlebte England eine erstaunliche kulturelle Blüte, insbesonders im bereich Dramen. William Shakespeare tratt zu dieser Zeit als jetzt unübertroffenen Dichter und Stückschreiber hervor. Andere wichtige Persönlichkeiten in elizabethanischen Theater waren Christopher Marlowe, Thomas Dekker, John Fletcher und Francis Beaumont. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Tragikomödie.Jakobäische Literatur
Nach Shakespeares Tod, wurde der Dichter und Dramatiker Ben Jonson die führende Literaturfigur der Jakobäischen Ära. Andere, die der Stil von Jonson folgten, waren Beaumont und Fletcher und die andere "Sons of Ben". Eine andere populäre Theaterform in der jakobäischen Zeit war das von John Webster und Thomas Kyd popularisierte Rachespiel.Literatur der Restauration
Theateraufführungen, unter Cromwell verboten, waren nun wieder erlaubt. Es entstand der sehr freizügige Typus der Restaurationskomödie mit ihren satirischen Ansischten über den neue Adelsstand und die steigende Bourgeoisie. Die gesellschaftliche Beweglichkeit aufgrund der sozialen Aufrühren der vorherigen Generationen sorgte für Material für Charakterkomödie. Zugleich wurde während dieser Zeit erstmals eine Frau professionelle Theaterschauspielerin: Aphra Behn. Der Hauptwerk von John Bunyan, The Pilgrim's Progress, ist eine allegorische Darstellung des christlichen Glaubensweges, die zu einem der bekanntesten Bücher der Weltliteratur wurde.Augustanische Literatur (Neoklassizismus und Aufklärung)
Für die Literatur ist entscheidend, daß zum Beginn des 18. Jahrhunderts eine bürgerliche Öffentlichkeit entstand. Damit stellte sich die literarische Produktion grundlegend um. Hatten die Schriftsteller in einer aristokratisch bestimmten Gesellschaft für einen höfischen Geschmack und für den Ruhm adliger Mäzene geschrieben, schrieben sie nun zunehmend für einen bürgerlichen Geschmack und auch für einen Markt. Entsprechend ist dies auch die Zeit, in der die bürgerliche Kunstgattung des Romans entsteht. Im dieser Zeit wurde 1719 in England der erste realistische Roman der Weltliteratur veröffentlicht: The Life and Surprising Adventures of Robinson Crusoe. Mit diesem Entwicklungsroman erfand der Autor Daniel Defoe den realistischen Stil der detaillierten Schilderung. Die vertrauten Routinehandlungen des täglichen Lebens wirken plötzlich nicht mehr selbstverständlich; es beginnt die Zeit des Realismus und des Romans. In der Mitte vom 18. jahrhundert war die Romanform bei Autoren wie Henry Fielding, Laurence Stern, and Samuel Richardson gut etabliert. Sie verbesserten der Briefroman. Der Werk von richardson war moralistisch, aber die von Fielding und Stern näherten sich mehr eine komische Auffassung an.
Romantik
Die Literatur der Romantik ist vor dem Hintergrund der epochalen Umwälzungen in Europa zu sehen (1789: Französische Revolution). Es ist die Zeit der Revolutionen, der Königsmorde und des Protests gegen den Schöpfer. Als Alternative zur durchgängig subjektiven Perspektive des Briefromans hat Jane Austen in den Romanen Emma und Stolz und Vorurteil die auktoriale Erzählperspektive entwickelt: Mal erleben wir die Geschichte aus der Perspektive einer wichtigen Figur, mal aus einer Außensicht auf diese Figur. So konnte der Roman von da an psychologische Innenschau und gesellschaftliches Panorama verklammern. Er zeigte auf einmal, wie sich Individuum und Gesellschaft gegenseitig bedingen. Die zweite Generation dieser romantischen Dichter zählt Lord Byron, Percy Bysse Shelley und John Keats, u.a.






